Interventionen im öffentlichen Raum

Der öffentliche Raum ist Allgemeingut. Und weil er allen etwas, aber niemandem wirklich gehört, wird er leider allzu oft vernachlässigt. Erst, wenn eine Strasse kaputt, eine Mauer eingestürzt oder ein Park verwüstet ist, kommt der Aufschrei. Unsere Stadt ist eine Schande, unser Dorf schrecklich dreckig, das Flussufer langweilig, diese oder jene Mauer grau und damit unpersönlich kalt. Ob auf solche Aussagen Reaktionen folgen, steht auf einem anderen Stadtplan. Was kann man dagegen unternehmen? Verschiedene Ansätze privaten Ursprungs nehmen sich der Problematik ganz unterschiedlich an.

Der Klassiker - die Spraydose
Die Spraydose nutzt vorhandene Wände als Malgrund. Das gefällt freilich nicht allen Hausbesitzern gleichermassen. Graffiti Archaelogy zeigt aber auf, dass es sich dabei um eine eigene Kunstform handelt. Archäologisch wird anhand verschiedener Standorte gezeigt, wie sich die Sujets nacheinander abwechseln. Ein Graffiti entsteht, bleibt für eine Weile bis es schliesslich übermalt und gegen ein neues ersetzt wird. Wer eine Wand legal verschönern will, kann über legal walls freie Wände finden.
Über Banksy zu schreiben, bringt fast nichts mehr. Vom Untergrundkünstler zum gefeierten Star geworden, ist er in aller Munde. Wie seine Aktionen zeigen, nicht zu unrecht.

Grüne Welle - Guerrilla Gardening
Mit friedlichen Mitteln öffentliche Räume schleichend aber nachhaltig verschönern. Aus trostlosen Strassenfluchten, zugepflasterten Plätzen oder eintönigen Rasenflächen blühende Oasen schaffen. Guerrilla Gardening heisst das Zauberwort. Weshalb nicht einfach ein Tütchen Blumensamen kaufen und «versehentlich» in der nächsten verwahrlosten Pflanzenfläche ausstreuen? Oder irgendwo eine «Samenbombe» platzen lassen (siehe dazu Film beim Guardian)? Aber Achtung: Hier soll nicht zu sinnlosem Vorgehen angestiftet werden. Es gibt durchaus Städte, die sich aktiv um ihre Grünflächen bemühen. Andererseits macht es schon Spass, die eigenen Sonnenblumen vor dem nächsten Polizeiposten wachsen zu sehen…
Wikipedia-Eintrag / Bericht im ART-Magazin / Pflanzfleck in Tokio / Grüne Welle / Grünt Mit

Plastic Fantastic - Becher im Zaun
Der Zaun steht schon. Jetzt braucht es nur noch ein paar farbige Plastikbecher. Eine Idee, die zu einfach ist, dass man so leicht drauf kommen könnte. Ein Künstler aus Sydney hatte die Idee in einer klaren (oder unklaren?) Sekunde. Praktisch, wenn man in der Nähe ein Picknick veranstalten will. Im Unterschied zur Spraydose oder dem Bepflanzen öffentlicher Flächen hat diese Form wohl weniger gesellschaftspolitische oder soziale Ansprüche. Dennoch schön.

Spielplatz auf Zeit - Schaukeln für Erwachsene
Kinder tun es auf Spielplätzen. Bei der guten alten Schaukel zwickt es aber auch bei manchem Erwachsenen. Da liegt es nahe, vorhandene Einrichtungen für einen kleinen Ritt auf der Schaukel zu nutzen. Bruno Taylor verwandelt die Bushaltestelle in eine temporäre Spielwiese mit Schaukel. Ist sie erst mal aufgehängt, dann lässt sich so mancher darauf nieder und schwingt bis zum Eintreffen des nächsten Buses.
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    Einige sagen mit wenig zumindest etwas.
    Aber nur wenige sagen mit wenig viel.

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    Wiederkehrende Ereignisse rücken einem ins Bewusstsein, dass Zeit verstreicht. Vor bald einem Jahr fand erstmals der Blog Action Day zum Thema Umwelt statt. Er hat weder Berge versetzt, noch hat er verhindert, dass die Biodiversität Weltweit stetig abnimmt.

    Was sonst hat er denn gebracht? Vielleicht eine geringere Zahl sinnloser Blog-Beiträge oder ein paar Neuentdeckungen? Dem Konzept der Aktion, ist es zu verdanken, dass besonders wenig Bekanntes ins Blickfeld gerückt wurde. Mich hat die Möglichkeit der freien Wahl zur Verfassung eines Berichts über Biosphärenparks der UNESCO animiert. Mittlerweile einer der beliebtesten Beiträge auf meinem Blog.

    Der diesjährige Aktionstag - am 15. Oktober 2008 - findet zum Thema Armut statt. Bei aller Kritik über solche Aktionen, halte ich es mit dem römischen Sprichwort »Steter Tropfen höhlt den Stein« und habe mich zur Teilnahme angemeldet.


    Blog Action Day 2008 Poverty from Blog Action Day on Vimeo.

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    Amerika will den Mars erobern. Was wohl die Marsianer dazu sagen? Der Anti Blog hat die Antwort. Ausserdem sind die Voraussetzungen für einen Ferienaufenthalt auf dem Roten Planeten gar nicht so wirtlich; die Aviation Week weiss mehr dazu.

    (Bild: Anti Blog)

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    Etwas weniger vergänglich, als die grossflächigen Zeichnungen am Strand von Jim Denevan (s. Bericht) sind die Zeichnungen in japanischen Reisfeldern. In den Präfekturen Aomori oder Yamagata hat sich eine eigene Kultur dieser Kunstform etabliert. In Inakadate (Aomori Präfektur) haben es den Reisbauern die Holzdrucke Hokusais angetan. Seit 1993, als lokales Impulsprogramm gedacht, lassen sie auf mittlerweile 15000 Quadratmeter Bilder wachsen.
    Jedes Jahr wird im April festgelegt, welches Sujet umgesetzt und welche Farben verwendet werden. Das Bild wird in einem ausgeklügelten Verfahren in Punkte umgesetzt und Ende Mai von Reisbauern mittels verschiedenartigen Reissorten auf das Feld übertragen. Zwei alte Sorten (ki ine; gelber Reis und murasaki ine; roter Reis) ergeben gelb-, resp. braunblättrige Pflanzen und andere Sorten (Beni Miyako; roter Reis und Tsugaru Roman) ergeben frischgrüne Blätter.
    Das fertige Ergebnis ist dann am besten Ende Juli zu bewundern. Das erwähnte Projekt in Inakadate lockte 2007 mehr als 150000 Besucher an. Geerntet wird jeweils Ende September. Ein Spektakel, an dem im letzten Jahr 900 Personen von nah und fern teilnahmen.

    Ausführlicher Bericht bei der Japan Times
    Bilder der Sujets der vergangenen Jahre
    Zeitraffer-Video bei YouTube
    (Bild: Inakadate Village Office) via

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    Wechselt es nicht selten sein Gesicht.

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    Wer nicht bei sich zuhause eine Party veranstalten will, kann es ja irgendwo sonst tun. Warum nicht in der nächsten IKEA-Filiale? Das haben sich auch die Leute von cockeyed gesagt. Mit echt aussehenden Einladungskarten haben sich die lustigen Freunde in der Niederlassung in West Sacramento eingefunden und zum Erstaunen aller ihre Party bei Kaffee und Kuchen und mit Spielen gefeiert.

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  • Da schau her 0011 - Lebenselixier

    Die Einführung eines fest vorgegebenen Todeszeitpunkts hätte eine ungeahnte Wirkung auf unser Leben. Nehmen wir an, es wäre von Vornherein klar, wie lange das Leben dauern würde - der Einfachheit halber sollen es sechzig Jahre sein. Natürlich müsste es auch eine Garantie geben, dass man tatsächlich so lange leben würde, man also nicht irgendwie übers Ohr gehauen würde.

    Sechzig Jahre; das wäre klar. Die Auswirkungen auf unser Denken und Handeln wären immens. Man würde danach streben, eine Arbeit, ein Projekt, was auch immer, zu Ende zu bringen. Kleine wie große Ziele hätten einen festen Bezugsrahmen, der vorgibt, wie viel Zeit noch übrig bleibt. Lern-, Entwicklungs-, Berufs- oder Beziehungsziele könnten festgelegt werden. Es gäbe einen Antrieb, diese Ziele erreichen zu wollen.

    Wettlauf mit der Zeit
    Solche Überlegungen sind natürlich nichts weiter als theoretische Spielereien und sie sollen schon gar nicht eine Aufforderung zum kollektiven Selbstmord sein. Vielmehr können sie zu einer Reihe von Überlegungen führen, die eventuell auf das eigene Leben Einfluss haben können. Dieses steht für das genaue Gegenteil einer fest planbaren Größe. Weder der genaue Beginn (einmal abgesehen von künstlich eingeleiteten Geburten aller Art) noch das Ende eines Lebens sind für uns direkt wahrnehmbar und zeitlich bestimmbare Größen. Einmal auf der Welt, beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Der Todeszeitpunkt wird von diesem Moment an unaufhaltsam auf uns zustürzen. Weil wir nicht wissen, wann wir sterben, planen wir den Tod auch nicht wirklich in unserem Terminkalender ein. Und dementsprechend verhalten wir uns. Vage rechnen wir damit, noch bestimmt eine gewisse Zeit zu leben. Daher ist es auch möglich, bestimmte Dinge aufzuschieben. Zeit wäre ja später noch genug, um sie zu erledigen. > weiterlesen ‘Da schau her 0011 - Lebenselixier’